Projekt:
Vorschlag an die Gemeinde Rohr NB, 2009.
Kosten:
100 000 Euro (Schätzung, excl. Eigenleistung). Nutzfläche:
155 m2
Mitarbeit:
Beratung Brandschutz: Kersken & Kirchner Beratende
Ingenieure VBI Sachverständige für baulichen Brandschutz,
München.
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Programm
- Ergänzung von Vorhandenem, nutzungsneutral und für
alle Bürger:
Viele
Gemeinden versuchen, ihren Raumbedarf "funktionell richtig"
mit einer Bandbreite an unterschiedlichen Bauten und Zimmern zu
lösen. Dabei ordnen sie jedem Bau oder Zimmer je eine spezifische
Nutzung zu.
Kraftvolle Raumgefüge jedoch, die den allgemeinen Logiken
der Erschliessung, Dimensionierung, Belichtung und städtebaulichen
Platzierung folgen, erweisen sich als brauchbarer! Sie können
auch auf sich ändernde Nutzungen reagieren und somit einen
natürlichen Entwicklungsprozess des Gemeindelebens abfangen.
Überdies "funktionieren" nutzungsneutral entworfene
Bauten sogar besser.
Eine
wichtige Aufgabe der Gemeinde ist es, nicht nur einer Gruppierung
am Ort zu genügen. Nutzungsneutral entworfene, gut platzierte
Bauten animieren zu ungezwungener Begegnung zwischen allen
Bürgern. Und genau das ist der Mehrwert eines öffentlichen
Raumes in einem Dorf: Er fördert das dörfliche Zusammenleben.
Die
Gemeindestube soll die Art/Anzahl/Grösse der bereits bestehenden
öffentlichen Räume sinnvoll ergänzen (keine Verdoppelung
des Sitzungs-/Schulungsraums, dafür Ergänzung um einen
grossen Veranstaltungsraum). Der als Halle entworfene Bau kann
auch als Doppelgarage dienen und somit auch auf Änderungen
im Feuerwehrwesen (weiteres Auto, Anhänger) eingehen.
Konstruktion
- traditioneller Dachstuhl, günstig von Gemeindebürgern
erstellt:
Der
Vorschlag basiert auf einer einfachen rechteckigen Geometrie.
Das Haus übernimmt die Regeln eines traditionellen Hallertauer
Hauses: es soll ein Stadel in Holzständerbauweise mit sichtbarem
Holzdachstuhl gebaut werden. Durch die Kombination eines vollständig
verwerteten, gespendeten Holzes und der Arbeitsleistung von freiwilligen
Helfern kann das Gebäude günstig erstellt werden.
Da
das Gebäude temporär genutzt wird, ist keine Heizung
notwendig. Lediglich ein einfaches Lufttauschsystem (Wärmetauscher)
sorgt bei Veranstaltungen für Frischluft, die Wärmeenergie
geht somit nicht verloren. Gut isolierende Gläser lassen
die Sonnenenergie eindringen, die sich in den massiven Teilen
(Boden) speichert. Gut gedämmte Wände (zB. ökologisch
verträgliche Holzdämmstoffe) verhindern ein Abfliessen
der Wärmeenergie. Ergänzend kann ein kleiner Holzofen
eingebaut werden.
Städtebau
- ein markantes Gemeindezentrum im Dorf, direkter Bezug zum Garten:
Die
Gemeindestube stellt sich mit ihrer hohen Giebelseite zur Strasse
hin, wie es in vielen Hallertauer Dörfern üblich ist.
Die Bedeutung des Gemeindezentrums wird somit markant im Dorf
sichtbar gemacht.
Das
Bauwerk unterteilt die Parzelle in eine Nord- und Südseite.
Nördlich entsteht ein Vorplatz, der für Feuerwehr, Parken,
etc. genutzt wird ("Stauraum"). Hier ist auch die Zufahrt
von der Strasseseite her. Südlich befindet sich ein Garten
mit Aufenthaltsqualität. Der Fussweg von der Kirche herab
schliesst hier direkt an. Die Innenraumdisposition des vorgeschlagenen
Gebäudes reagiert auf diese Nord- Süddualität.
Durch die allseitige Öffnung des Baus kann die ganze Parzelle
einheitlich benutzt werden (zB. für grosse Gartenfeste, etc.).
Der hallenartige Innenraum verwebt sich dadurch fliessend mit
dem allseitig umliegenden Gartenraum. Auf der Südseite (Biergarten)
wäre in direktem Anschluss an den Innenraum ein Vordach geplant.
Bei Nutzungen im Aussenraum wäre somit eine starke Verbindung
zum Innenraum gegeben. Die motorisierte Erschliessung der Südseite
(zB. für Anlieferung) kann auch durch das Gebäude hindurch
erfolgen.
Genehmigungsfähigkeit:
Der
Entwurf ist mit allen relevanten Normen konform und voll genehmigungsfähig.
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